Neuregelung der Organspende

In dieser Woche stimmt der Deutsche Bundestag über die Neuregelungen von Transplantationen ab. Ich werde für den Gesetzesentwurf zur Regelung der doppelten Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz stimmen. 

Mit diesem Gesetz wird niemand gezwungen, seine Bereitschaft zur Organspende zu erklären. Es sorgt aber dafür, dass in unserem Land zahlreichen Menschen das Leben gerettet werden kann. Im Gegenzug erscheint es mir zumutbar, mit einem einmaligen Widerspruch zu erklären, dass man seine Organe nicht spenden möchte. In Deutschland stirbt alle acht Minuten ein Mensch, weil nicht genügend Spenderorgane zur Verfügung stehen. Wir importieren aber Organe aus Ländern, die längst eine Widerspruchslösung praktizieren.

Ich habe mich lange und intensiv mit dem Thema beschäftigt und verstehe auch die Argumente derjenigen, die sich gegen den vorliegenden Gesetzesentwurf aussprechen. In meiner persönlichen Abwägung bietet die Widerspruchslösung jedoch mehr Chancen für das Leben, als sie Nachteile aufweist. Wenn ich mich in die Situation eines Betroffenen hineindenke, der darüber entscheiden muss, ob ein naher Verwandter seine Organe spendet, so stelle ich mir den immensen Druck vor, dem man als Angehöriger in dieser Ausnahmesituation ausgesetzt ist. Hier halte ich es auch für besser, dass jemand zu Lebzeiten bereits Vorsorge getroffen hat und so seinem Umfeld diese schwierige Entscheidung erspart. Ich kann im vorliegenden Gesetzentwurf keinen staatlichen Druck oder Bevormundung erkennen.

Ein Spenderorgan bedeutet, wenn es verfügbar ist, eine Chance für das Leben. Unter Abwägung aller Argumente habe ich mich entschieden, diese Chance zu unterstützen und dem Antrag zuzustimmen.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben