Bericht aus Berlin vom 27.03.2026

Fotograf/in: Joerg F. Müller

Auch in dieser Sitzungswoche haben wir wichtige Entscheidungen getroffen und uns zu zentralen Zukunftsthemen ausgetauscht.

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe meines Berichts aus Berlin! Auch in dieser Sitzungswoche standen internationale Entwicklungen im Mittelpunkt, mit ganz konkreten Auswirkungen für unseren Alltag in Deutschland. Gleichzeitig haben wir wichtige Entscheidungen getroffen und uns zu zentralen Zukunftsthemen ausgetauscht, sowohl im Parlament als auch im Gespräch mit Experten und kommunalen Vertretern.

Iran-Krieg: Auswirkungen bis an unsere Küsten spürbar

Die internationale Lage bleibt angespannt. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten dauern an, und insbesondere die Entwicklungen im Iran zeigen, wie schnell globale Konflikte auch unser Leben in Deutschland beeinflussen.

Viele Menschen merken das aktuell ganz konkret: steigende Spritpreise, höhere Lebenshaltungskosten und Unsicherheit mit Blick auf die weitere Entwicklung. Auch wenn Deutschland nicht direkt beteiligt ist, sind die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Folgen deutlich spürbar.

Im Deutschen Bundestag und in den Fraktionen beschäftigen wir uns daher intensiv mit der Frage, wie wir auf diese Entwicklungen reagieren können. Die Taskforce „Wirtschaftliche Auswirkungen des Iran-Krieges“ hat auch in dieser Woche erneut getagt, um die Lage zu bewerten und mögliche weitere Maßnahmen vorzubereiten.

Spritpreise: Schnelles Handeln für Entlastung

Die steigenden Spritpreise beschäftigen viele Menschen aktuell sehr. Umso wichtiger war es, dass wir zügig gehandelt haben: Bereits eine Woche nach Einbringung haben wir das Kraftstoffmaßnahmenpaket beschlossen.

Künftig dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen, während Preissenkungen jederzeit möglich bleiben. Damit schaffen wir mehr Transparenz und bremsen die extremen Preisschwankungen an den Zapfsäulen.
Zudem stärken wir die Kartellaufsicht, um möglichen Wettbewerbsverzerrungen wirksamer entgegenzutreten. Klar ist: Wir lassen die Bürgerinnen und Bürger mit den steigenden Kosten nicht allein.

AK Küste: Sicherheit auf See ist keine Selbstverständlichkeit mehr

Diese Woche haben wir im Arbeitskreis Küste den Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan C. Kaack, begrüßt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich unsere Marine in einer Zeit aufstellt, in der sichere Seewege keine Selbstverständlichkeit mehr sind.

Die aktuelle Lage zeigt deutlich, wie verletzlich maritime Infrastruktur ist: Die Straße von Hormus ist faktisch gesperrt, im Roten Meer werden Handelsschiffe angegriffen, und auch in der Ostsee geraten kritische Infrastrukturen zunehmend ins Visier hybrider Angriffe. Das betrifft uns unmittelbar: als Exportnation, als Küstenland und als verlässlicher NATO-Partner.

Im Gespräch wurde deutlich, dass die Marine einen klaren strategischen Kurs verfolgt und sich konsequent in Richtung Landes- und Bündnisverteidigung weiterentwickelt. Gleichzeitig wurde aber auch klar: Damit dieser Weg erfolgreich ist, braucht es die notwendige politische Unterstützung bei Personal, Material und Beschaffung. Die Zeitenwende muss in der Truppe ankommen.

Zukunftsfähige Innenstädte: Austausch mit Kommunalpolitik

Am Mittwoch fand zudem der Fraktionskongress „Zukunftsfähige Innenstädte“ statt. Gerade für viele Städte und Gemeinden im Wahlkreis ist dieses Thema von großer Bedeutung.

Ich habe mich besonders gefreut, dort auch Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker aus dem Wahlkreis zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Wie bleiben Innenstädte lebendig? Wie stärken wir den Einzelhandel? Und wie können Kommunen auf veränderte Nutzungsanforderungen reagieren?

Der Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, die Perspektiven vor Ort in die politische Arbeit in Berlin einzubeziehen.

Weitere Schwerpunkte der Sitzungswoche

Neben diesen Schwerpunkten haben wir weitere wichtige Vorhaben beschlossen:
Reform der privaten Altersvorsorge (Riester): Mehr Flexibilität, bessere Renditechancen und erstmals auch eine stärkere Einbindung von Selbstständigen.

Transplantationsgesetz: Verbesserte Möglichkeiten für Organspenden und mehr Chancen für Patientinnen und Patienten.

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen: Schnellere Verfahren in Heilberufen, um dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen entgegenzuwirken.

Datenpolitik und Digitalisierung: Bessere Nutzung von Daten für Wirtschaft und Innovation sowie mehr Rechtssicherheit bei KI-Anwendungen.

Ausblick

Die Osterzeit steht vor der Tür, und so wird es auch in der kommenden Woche etwas ruhiger. Das bietet Gelegenheit, einmal durchzuatmen und Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien schon jetzt frohe und erholsame Ostern!

Die nächste Sitzungswoche des Deutschen Bundestages findet vom 13. bis 17. April statt. Über die dort anstehenden Entscheidungen werde ich Sie wie gewohnt im nächsten Bericht aus Berlin informieren.

Herzliche Grüße aus Berlin
Ihre Melanie Bernstein, MdB