Tims erster Monat als PPP-Stipendiat in den USA

Moin, mein Name ist Tim Lemke und ich bin der diesjährige Stipendiat des Parlamentarischen Partnerschafts-Programms (PPP) für den Wahlkreis von Melanie Bernstein.

Das PPP ist ein Vollstipendium des Deutschen Bundestages in Kooperation mit dem US-Kongress. Dank dieser einzigartigen Chance darf ich nun ein Jahr in den USA verbringen und möchte euch von meinem ersten Monat hier erzählen.

 

Erste Eindrücke

Seit dem 15. August lebe ich nun schon hier in Maryland. Genauer gesagt wohne ich mit meiner Gastfamilie in Montgomery County in einer ländlichen Gegend, aber immer noch in der Nähe von Washington, D.C. Bei meiner Ankunft fiel mir sofort die feuchte und warme Luft auf und wir haben tatsächlich immer noch sommerliche Temperaturen. Das Leben und die Umgebung fühlen sich deutlich anders an als in meiner Heimatstadt Bargteheide in Deutschland. Die Orte sind weitläufiger, die Städte gehen oft fließend ineinander über und wirken durch die vielen großen Straßen insgesamt sehr auf Autos ausgelegt.“ Außerdem ist das Essen, so wie man es wahrscheinlich von den USA erwartet, deutlich fastfoodlastiger.

Die Poolesville High School

Zur Schule gehe ich auf die Poolesville High School, die selbst für amerikanische Verhältnisse mit 40 km sehr weit entfernt ist, weshalb ich morgens sehr früh aufstehen muss. Doch der lange Weg lohnt sich, denn meine Highschool gilt als eine der besten in Maryland und ist eine sogenannte Magnet-School. Das heißt, dass sie verschiedene spezielle Programme für Schüler bietet, die sich normalerweise auch bewerben müssen, um aufgenommen zu werden. Für mich bedeutet das, dass ich die einmalige Gelegenheit habe, spezielle Kurse zu belegen, die sehr selten sind. So belege ich den Kurs künstliche Intelligenz und den Kurs Thermodynamik und Quantenphysik, der mir ehrlicher Weise schwerfällt, aber auch sehr viel Spaß bereitet. 

Der Schulalltag

Mein Schulalltag unterscheidet sich sehr von dem in Deutschland und ich kann mich ehrlich gesagt nicht entscheiden, welchen ich lieber mag. Hier wechselt man den ganzen Tag zwischen den Klassenräumen und der Stundenplan ist jeden Tag gleich. Außerdem ist die Kursauswahl riesig und durch die ständigen Raumwechsel lernt man viele verschiedene Menschen kennen. Die Regeln und die Organisation sind strenger und für einen größeren Maßstab ausgelegt. Auch ist der Schulalltag sehr digital, denn Poolesville nutzt digitale Tafeln und jeder bekommt ein Chromebook. Der Unterricht ist allerdings weniger anspruchsvoll als bei meinem deutschen Gymnasium, dafür ist die Menge an Hausaufgaben und Arbeiten, die benotet werden, deutlich größer.

Besonders gut an meiner amerikanischen Schule gefällt mir die große Auswahl an AGs. Ich möchte bei möglichst vielen mitmachen, um auch neue Leute kennenzulernen. Ich bin schon mit dem Trail-Club gewandert und bin dem Remote-Control-Club beigetreten, bei dem man unter anderem FPV-Drohnen fliegen kann. Außerdem spiele ich Pickleball und bin dem Chesapeake Bay Club beigetreten, der sich für den Umweltschutz der Chesapeake Bay einsetzt und Müllsammelaktionen organisiert. Auch plane ich, dem DECA-Club beizutreten, indem man praktische Erfahrungen in Wirtschaft, Marketing, Finanzen und Management sammeln kann. 

 

Erste Highlights

Ich fühle mich bei meiner Gastfamilie mittlerweile zu Hause. Wir verstehen uns sehr gut und haben schon viele gemeinsame Aktivitäten unternommen. Wir haben beispielsweise gemeinsam ein American-Football-Spiel angeschaut und meinen Geburtstag gefeiert.

Zu meinen Highlights des ersten Monats zählen definitiv die Events von meiner Austauschorganisation. Dort habe ich sehr nette Menschen aus aller Welt kennengelernt, mit denen es sehr interessant ist, sich auszutauschen. Zum Beispiel haben wir gemeinsam ein Baseballspiel besucht und sind gewandert. Die anderen sogenannten Sponsored-Program-Students habe ich auch schon getroffen und wir haben alle eine Präsentation über uns gehalten, was echt interessant war. Meine Austauschorganisation plant viele lehrreiche Ausflüge mit uns, auf die ich mich sehr freue. Außerdem freue ich mich auf Homecoming und Thanksgiving sowie darauf, noch viele weitere interessante und freundliche Menschen kennenzulernen.