Wer (sich) festklebt, ist an keiner offenen Diskussion interessiert!

Die Protestaktionen der „Letzten Generation“ haben heute in Berlin zu massiven Störungen geführt. Laut Medienberichten wurden mindestens 15 Rettungseinsätze behindert, Tausende Pendler saßen auf dem Weg zur Arbeit fest. Die Hauptstadt soll auf absehbare Zeit „lahmgelegt“ werden, sagen die selbsternannten Klimaschützer. Sieht so Klimaschutz aus der Mitte der Gesellschaft aus?

 

Wer Krankenwagen blockiert und sich der Bevölkerung in den Weg stellt, kann sich nicht gleichzeitig auf breite öffentliche Unterstützung berufen. Tatsächlich haben radikale Protestbewegungen wie die „Letzte Generation“ längt Maß und Mitte verloren. „Besser Doppelmoral als gar keine Moral“, sagte die Aktivistin Luisa Neubauer vor ein paar Wochen und bezeugte damit die Abgehobenheit einer Bewegung, die vor lauter Ideologie die Menschen vergessen hat.

Am Samstag besprühten Anhänger der „Letzten Generation“ Schaufenster und Fassaden von Luxusläden auf dem Berliner Kurfürstendamm. „Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten“, skandierten diese Menschen, die selbst zu großen Teilen der privilegierten Bevölkerungsschicht angehören. Im März hatten sie noch das Denkmal für das Grundgesetz mit schwarzer Flüssigkeit beschmiert und damit genau jene Verfassung besudelt, die ihnen ihr Demonstrationsrecht gewährt. Neue Beispiele kommen fast täglich dazu.

Ich würde sagen: Wir können uns diese Doppelmoral nicht mehr leisten. Mit freiem Demonstrationsrecht hat dieses Verhalten nur wenig zu tun. Schließlich ist Klimaschutz ein viel zu wichtiges Anliegen, um es einer lauten Minderheit von Krawallmachern zu überlassen.

Wer (sich) festklebt, ist an keiner offenen Diskussion interessiert. Wir brauchen eine offene Diskussion – und zwar aus der Mitte der Gesellschaft heraus, die schließlich die Folgen der Klimapolitik tragen muss.

Das ist vielleicht nicht so medienwirksam wie eine Straßenblockade, dafür aber demokratischer.