Heute neigt sich mein Austauschjahr dem Ende zu und der Abschied von all den Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, rückt immer näher. Doch ich blicke auf ein ereignisreiches und spannendes Jahr zurück, von dem ich persönlich viel mitnehmen werde.
Mein Auslandsjahr hier in Maryland, USA, wurde durch das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ermöglicht. Dies ist ein Vollstipendium des Deutschen Bundestages in Kooperation mit dem US-Kongress, bei dem ich für Melanie Bernsteins Wahlkreis ausgewählt wurde. In diesem Artikel möchte ich euch von meinen Erfahrungen und Erlebnissen dieses einzigartigen Jahres erzählen. Über meine ersten Eindrücke des ersten Monats könnt ihr hier nachlesen.
Die Schule nahm einen großen Teil meines Alltags ein, doch ich habe das Gefühl, viel gelernt zu haben. Rückblickend war es eine gute Entscheidung, ein paar schwierige Fächer zu belegen: Quantenphysik, „Intro to AI“, und Makroökonomie waren wirklich interessant. Allerdings war ich dann doch sehr viel mit Hausaufgaben beschäftigt, und hätte im Nachhinein die anderen Fächer auf leichterem Level wählen können. Anfangs dachte ich, dass Unterricht nur auf Englisch sehr anspruchsvoll wird, doch man gewöhnt sich viel schneller dran, als ich gedacht hätte. Die meisten amerikanischen Mitschüler helfen oder korrigieren einen auch sehr gerne. Mal ein Jahr in einem komplett anderen Schulsystem zu leben, war sehr erfrischend. Besonders gut haben mir die Treffen mit meinen Clubs gefallen. Das Engagement amerikanischer Schüler sorgt für eine angenehme, motivierte und soziale Schulatmosphäre.
Meine Mittagspause war fast immer eine Stunde lang. Das gefiel mir natürlich sehr, vor allem, weil ich so sehr viel Zeit mit meinen Freunden verbringen konnte. Zwar war es anfangs erstmal schwierig, Freunde zu finden, doch dann habe ich mir einen netten Freundeskreis aufgebaut. Viele Austauschschüler beobachten, dass Freunde finden in den USA einfacher ist als in Deutschland, und dass tiefe Freundschaften dann aber schwieriger zu erreichen sind. Während dies sicherlich auf viele Amerikaner zutrifft, muss ich sagen, dass es bei mir doch sehr anders war. Ich habe zwar nicht besonders viele Freundschaften geschlossen, doch die meisten entwickelten sich schnell zu engen Freundschaften. Ich habe sehr viel Zeit mit meinen Freunden verbracht. Anfangs haben sie mir noch Washington D.C. gezeigt und später im Jahr habe ich oft bei ihnen einfach übernachtet, um viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Wenn mir von diesem Jahr etwas in Erinnerung bleibt, dann sind es auf jeden Fall meine Freunde, die ich hoffentlich mal besuchen gehen kann.